Respekt-Projekt

Unser "Respekt-Projekt" (2012/13)

Immer wieder wird bemängelt, dass viele Kinder und Jugendliche keinen Respekt mehr haben – vor anderen Kindern, vor Erwachsenen, vor Dingen und letztlich auch vor sich selbst. Die Gründe mögen vielfältig sein, seien es gesellschaftliche Veränderungen, eine fehlende oder inkonsequente Erziehung, zu viele Anforderungen an die Kinder und ein zu hoher Druck in der Schule und zig andere mehr.

Um die Hintergründe zu erörtern müsste jedes Kind in seiner individuellen Lebenssituation akribisch genau untersucht werden, um wenn überhaupt eine Antwort darauf zu finden. Doch eins ist klar. Respekt, Achtung, Toleranz oder Anerkennung kann gelernt werden! Dabei geht es nicht nur um Knigge, etwas mehr Disziplin und höfliche Umgangsarten. Denn immer, wenn es um Respekt geht ist – andersherum betrachtet – immer auch Ärger mit im Spiel. Sei es, dass sich ein Schüler über einen anderen Schüler ärgert, weil dieser ihn nicht in Ruhe sein Pausenbrot essen lässt, die Lehrerin, die sich über ein Kind ärgert, weil es permanent den Unterricht stört, die Eltern, die sich über ihr Kind ärgern, weil es schon wieder den Papiermüll in den falschen Mülleimer geworfen hat, oder jemand anderes an einem vorbeiläuft ohne zu grüßen...

Ihnen fallen bestimmt noch viele Situationen und Beispiele ein, wo es um Respekt vor jemandem oder etwas ging und letztlich Ärger in irgendeiner Weise mit im Spiel war. Damit es zukünftig weniger Ärger gibt und mehr Respekt geübt wird, setzt sich die Silva-Grundschule zum Ziel den „Ärgerdrachen" zu besiegen, denn der kommt immer, wenn es an Respekt fehlt und Ärger im Anmarsch ist.



Auftaktveranstaltung zum Respekt-Projekt: Theaterstück am 14.12.2012

„Der Ärgerdrache"





Aufmerksame Zuschauer
beim Theaterspiel
vom Ärgerdrachen
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 der Ärgerdrache  Raphael Tränkle in Aktion Spielszene

Um allen Kindern (und auch den Lehrern) den Ärgerdrachen vorzustellen und ihnen eine Idee zu vermitteln, in welch unterschiedlichen Situationen er kommen kann und wie man ihn besiegen könnte, spielten einige Schüler/innen der Klassen 3a und 3b am Freitag, den 14.12.2012 ein Ärgerdrachen-Theaterstück vor. Die Situationen waren bezogen auf die Schule: wenn es Streit gibt zwischen mehreren Kindern, wenn jemand beim Spielen ausgeschlossen wird, wenn man etwas in den falschen Müll wirft, zwei Kinder permanent ein anderes nerven und ärgern und schließlich, wie der Ärgerdrache kommt, weil ein Kind einem anderen aus Neid und Langeweile einfach auf das selbstgemalte Bild kritzelt.

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In Szene gesetzte Situationen, in denen der Ärgerdrache kommt

In einigen Situationen wurden die Kinder gefragt, warum der Ärgerdrache kommt und wie man ihn besiegen könnte. Sie zeigten dabei schon prima Lösungsideen, die dann vorgespielt wurden – und sich der Ärgerdrache wieder verzog. Doch bei den Streithähnen und als zwei Kinder ein anderes nervten, kam plötzlich eine Unterstützung für die Kinder – die neuen Streitschlichter der 3. Klassen, was dem Ärgerdrachen gar nicht gefiel! Ermutigen Sie doch bitte auch ihr Kind zuhause, dass es aktiv auf die Streitschlichter zugeht, wenn es einmal nicht weiter weiß, oder von einem anderen Kind geärgert wird. Die Streitschlichter werden ihm/ihr bestimmt weiterhelfen können. Und sollte sich ihr Kind in der Pause leicht verletzt haben, gibt es noch eine weitere Unterstützungsmöglichkeit von Seiten der Schüler: die Juniorhelfer der vierten Klassen!

Raphael Tränkle, Schulsozialarbeiter

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  Unsere Streitschlichter und zwei der Juniorhelfer



Die 4 E's

Als weiterer Baustein für das Respekt-Projekt dienten die 4 E's aus Petermanns „Duesternbrook Training". Die 4 E's sollen den Kindern helfen, sich in Streitsituationen oder wenn ihnen einen Missgeschick passiert ist richtig zu verhalten, ohne, dass der Ärgerdrache kommt. Die 4 E's sind folgender Ablauf:

   1. Eingestehen: ich habe etwas falsch gemacht und werde mir dessen bewusst
   2. Erklären: ich sage dem anderen was ich gemacht habe
   3. Entschuldigen: ich zeige/sage dem anderen, dass es mir leid tut
   4. Entschädigen: wenn ich etwas kaputt gemacht habe, muss ich dafür grade stehen und überlege mir eine entsprechende Entschädigung

  Ich bin schuld. Was nun?
"Die 4 E's"
1eingestehen 2erklaeren
3entschuldigen 4entschaedigen

Dafür übten die SchülerInnen der Klasse 4a zunächst selbst die 4 E's ein und überlegten sich in Kleingruppen, wie sie spielerisch in einem Kurztheater die 4 E's den anderen Klassen vorstellen können. Nach einigem Üben war es dann soweit: Am 14.03.2013 teilten sich die Kleingruppen auf die anderen Klassen auf und zeigten ihre Theaterstücke und stellten die 4 E's vor.

So war der Ablauf in den Klassen:
Zunächst stellten sich die Kinder der jeweiligen Kleingruppen in der Klasse vor und fragten die Kinder, wann der Ärgerdrache kommt und wie man ihn besiegen kann - um die bisherigen Bausteine des Respekt-Projekts zu wiederholen. Zum Einstieg in die Thematik spielten sie dann ihr Theaterstück vor und fragten die Kinder, was man in der entsprechenden Situation machen kann, bspw. wenn man aus Versehen von jemand anderem etwas kaputt gemacht hat oder zu stürmisch war und dabei andere Kinder angerempelt hat. Die Kleingruppe sammelte die Vorschläge der Kinder und erarbeitete anschließend mit ihnen gemeinsam die 4 E's. In manchen Klassen konnten einige Kinder die 4 E's gleich selbst ausprobieren und sie den anderen Kindern vorspielen.

Eine Bitte:
Fragen Sie doch ihr Kind einmal nach den 4 E's und wann man sie anwenden kann. Damit das Respekt-Projekt weitergetragen wird und ihr Kind die Möglichkeit hat es zu wiederholen.

Raphael Tränkle, Schulsozialarbeiter



stoppDie Stopp - Stunde

Was wäre der Straßenverkehr ohne Verkehrsregeln? Was wäre das soziale Miteinander ohne soziale Regeln? Gleichermaßen ein großes Durcheinander, in dem jeder macht, was er will. Die zentrale Frage war: Was muss man im Straßenverkehr machen, wenn man ein Stoppschild sieht? Man muss natürlich sofort anhalten und schauen, ob alles frei ist. Und was muss man machen, wenn ein anderes Kind Stopp! sagt? Ebenso sofort mit dem aufhören, was man macht, weil das der Andere nicht (mehr) will.

Wie man dieses Stopp! am besten und wirkungsvollsten zu Anderen sagt, gaben die Kinder der Klasse 4b den Kindern der anderen Klassen als Multiplikatoren weiter. „Wenn dich einer nicht mehr in Ruhe lässt oder die ganze Zeit nervt, dann streckst Du deine Hand aus – signalisierst ihm damit deine Grenze und sagst laut und deutlich: "Stopp! Hör auf!" Das ist dann wie im Straßenverkehr – daran muss man sich halten, sonst bekommt man unter Umständen Ärger.

Souverän und überzeugend zeigten die Kinder der Klasse 4b ihren Mitschülern aus den unteren Klassen wie, weshalb und wo sie das Stopp! überall anwenden können. Gespannt schauten die Mitschüler den Viertklässlern zu, übten das Stopp! fleißig ein und führten es danach abwechselnd vor.
Bitten Sie doch Ihr Kind, Ihnen einmal das Stopp! vorzumachen und fragen Sie nach, ob es es schon einmal anwenden konnte.


Raphael Tränkle, Schulsozialarbeiter