Schulhundetraining

Im Rahmen des Themas Haustiere hatten die Klassen 1Z, 2a, 2b und 2c dieses Jahr außergewöhnlichen Besuch.


An zwei Tagen, im Abstand von einer Woche, kamen Vierbeiner mit ihren Frauchen zu uns in die Schule. Der Grund: Im HSU-Lernbereich 3.1 des Bay. GrundschullehrplanPlus steht, dass die Schüler/innen mit Haustieren verantwortungsvoll umgehen lernen sollen, auch zu ihrem eigenen Schutz.

„Beißt der?" zielt als Präventiv-Training (Schulhunde-Projekt von Dr. Hildegard Jung in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus) darauf ab, bei Kindern durch Erziehung, Unterweisung und praktische Übungen mögliche Unfälle – insbesondere Bissverletzungen sowie Traumatisierungen – durch Hunde zu vermeiden. Die Kinder lernen, wie ein Hund „denkt" und mit diesem Wissen klare Signale zu senden. Am sympathischen Beispiel Hund wird den Kindern ganz nebenbei vermittelt, nicht als Opfer zu reagieren, sondern aktiv und gewaltfrei Grenzen zu setzen.

So kam an einem Dienstag in jede Klasse eine qualifizierte Sicherheitstrainerin/Hundeführerin mit ihrem speziell für dieses Training ausgebildeten Hund ins Klassenzimmer, um mit uns im aktiven Dialog (teilweise mit Hund) zu erarbeiten, wie wir uns verhalten müssen, wenn ein Hund z. B. angerannt kommt, ein Kind umwirft oder das eigene Pausenbrot haben will. Auch wie man einen Hund richtig streichelt, haben wir besprochen. In dieser Stunde hatte der lebendige Hund eigentlich Pause und verschaffte sich durch bloße Anwesenheit Aufmerksamkeit und Respekt. Ein Plüschhund zeigte die ungewollten Verhaltensweisen und die besprochenen Reaktionen wurden geübt. So ist jedem Kind klar geworden, dass man einem Hund die „kalte Schulter" zeigt, um sich uninteressant zu machen, wie ein „Baum" stehen bleibt, als „Igel" einrollt und seinen Nacken schützt und lieber auf sein Pausenbrot verzichtet.

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In der Woche wurde fleißig wiederholt und geübt. Am folgenden Dienstag kamen dann gleich drei Hundeführerinnen mit ihren Hunden in die Turnhalle. Zuerst übten wir in kleinen Gruppen mit den Plüschhunden, was wir gelernt haben. Die echten Hunde beobachteten uns aus sicherer Entfernung, angeleint an die Sprossenwände. Nachdem wir uns sicher waren, dass wir uns trauen, die Übungen mit den echten Hunden durchzuführen, betreute eine Trainerin uns im Kreis, die andere führte ihren Hund quer durch uns Kinder hindurch und wir mussten sofort stehen bleiben und uns wegdrehen, sobald wir den Hund hören. Hierfür trug das Tier ein Glöckchen um den Hals.

Spannend war dann, als wir nebeneinander die Halle durchquerten und der Hund sich ohne Leine von hinten annäherte. Wir blieben rechtzeitig stehen und zeigten ihm die kalte Schulter. Und siehe da – Stella, Hector und Kassandra interessierten sich überhaupt nicht für uns und legten sich enttäuscht, dass niemand mit ihnen spielen wollte, auf ihre Decke.

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Zum Abschluss durften wir dann noch – zuerst die Hundebesitzerin, dann den Hund - fragen, ob wir streicheln und füttern dürfen. Als beide „ja" gesagt haben, genossen Kind und Hund die Nähe.

Leider verging die Zeit viel zu schnell und nach ausgiebigem Hände waschen kehrte der Schulalltag wieder ein. Aber für die Zukunft weiß jeder, wie man sich einem unbekannten Hund gegenüber, z. B. auf dem Schulweg, verhält.

Yvonne Dombetzki, Klassenlehrerin der Kl. 2 b

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