Flugwerft

Von Otto Lilienthal bis zum Passagierflugzeug

Am Dienstag, den 10. Juli 2018, fuhren die beiden 2. Klassen in die Flugwerft nach Oberschleißheim.
Die Flugwerft Schleißheim ist ein Zweigmuseum des Deutschen Museums in München. Sie beherbergt eine umfangreiche Luftfahrtausstellung und ergänzt die Luft- und Raumfahrtausstellung auf der Münchner Museumsinsel. Zu ihr gehören neben der 1912 gebauten Kommandantur und der historischen Werfthalle aus dem Jahre 1918 eine große moderne Ausstellungshalle und eine für Besucher einsehbare Restaurierungswerkstatt.

Uebersichtsplan

Nach einer längeren Fahrt mit U-Bahn und Bus sowie einer kurzen Ess- und Trinkpause trafen wir in der Werfthalle auf unsere beiden Führer.
Zuerst wurde eine Flugvorführung mit einem Zeppelin-Modell gezeigt. „Er ist ferngesteuert über unseren Köpfen geflogen.“ (Sofie) Danach erhielten wir von unserem Führer viele Informationen zu einzelnen ausgestellten Flugzeugen:

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Das einsitzige Muskelkraftflugzeug Musculair 2 hatte einen Druckpropeller hinter dem Leitwerk.

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Die Monsun, ein zweisitziges Sportflugzeug in Ganzmetallbauweise, flog erstmals im Frühjahr 1968. Die Tragflächen der Monsun konnten am Boden angeklappt werden, um beim Unterstellen in der Halle Platz zu sparen. Mit angeklappten Tragflächen war es möglich, die Monsun auch auf der Straße zu transportieren. Die Fertigung endete 1972 mit dem 100. Flugzeug.

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Der DDMH 22 steht für Doppeldecker Müller Herbert und benötigte 22 Jahre Bauzeit. Nachdem Herbert Müller seinen halbstündigen Jungfernflug im September 2000 ausgeführt hatte, beendete er seine Flugkarriere, da seine Ehefrau aus Sorge um ihn ein Startverbot erließ.

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Das zweisitzige Leichtflugzeug Klemm L 25 war das erfolgreichste und weitverbreitetste deutsche Sportflugzeug. Das ausgestellte Modell ist mit dem Motor BMW X ausgerüstet, der nur in einer kleinen Anzahl von etwa 30 Stück hergestellt wurde. „Wenn man den Propeller dreht, leuchtet das BMW-Zeichen.“ (Markus)

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Der Storch wurde während des 2. Weltkriegs als Verbindungs- und Beobachtungsflugzeug verwendet. Durch seine besonders guten Langsamflugeigenschaften konnte das Flugzeug auf kleinsten Plätzen starten und landen.“Erst ab 50 km/h ist es abgehoben.“ (Luis) Ermöglicht wurde dies durch Hilfsmittel an den Tragflügeln zur Steigerung des Auftriebs.

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Das 1936 gebaute Ambulanzflugzeug war bis 1989 in Alaska im Einsatz. Es diente zur Bergung von Unfallopfern und zum Transport von Kranken. Im hinteren Rumpfbereich konnte eine Person liegend auf einer Trage untergebracht werden. „Einmal ist es sogar auf einem Wal gelandet.“ (Emilie) 1997 wurde es nach Deutschland verschifft und ist noch heute zugelassen und flugfähig.

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Die Funktionsweise eines Schleudersitzes machte uns deutlich, wie wichtig er für die Ausstattung eines Kriegsflugzeugs war. (Sophie, Emily, Georgina) Es gab einen teil- und einen vollautomatischen Schleudersitz. Beim teilautomatischen Schleudersitz musste die Trennung vom Sitz vom Piloten noch manuell vorgenommen werden. Beim vollautomatischen Schleudersitz, der eine Rettung auch am Boden ermöglichte, lief der Rettungsvorgang vollautomatisch ab.

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Jetzt ging es weiter zu den Anfängen bzw. zur Frühzeit der Luftfahrt:

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1783 nahm die bemannte Luftfahrt ihren Anfang: Mit Heißluftballonen der Brüder Montgolfier und Gasballonen des Physikers Charles stiegen erstmals Menschen auf. Die Ballone waren dem Wind ausgeliefert und nicht lenkbar. Otto Lilienthal schaffte Ende des 19. Jahrhunderts – u.a. mit Gleitflügen – die Grundlagen für den Bau von Flugzeugen. Die Brüder Wright erhoben sich 1903 zum ersten Mal mit einem motorisierten und steuerbaren Flugzeug vom Boden. Ab ca. 1910 setzte sich das Flugzeug als Lufttransportmittel durch. Allmählich entstanden auch die ersten Lehr- und Foschungseinrichtungen für die Flugtechnik.

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Der Normal-Segelapparat wurde von Otto Lilienthal im Jahre 1894 gebaut und 5 Jahre lang am ‚Fliegeberg‘ in Berlin geflogen. Aufgrund seiner Erfahrung konnte er seine Gleiter technisch immer weiterentwickeln, bis er im August 1896 tödlich abstürzte. Das ausgestellte Exemplar des Original-Gestellkreuzes eines Lilienthal-Gleiters ist einer der ersten Flugapparate der Welt. Der Gleiter hatte eine Spannweite von 6.7 m, eine Flügelfläche von 13 m² und war 20 kg schwer.
Auf dem Weg zur Ausstellungshalle kamen wir an der Wetterstation vorbei. Viele verschiedene Informationen, wie z.B. Temperatur, Windstärke, Sichtweite, Wolkenhöhe u.v.m. „sind wichtig für die Piloten‘‘ (Sophie) und sollen die Sicherheit eines Fluges gewährleisten.

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In der Ausstellungshalle gab es viel zu entdecken. In manche Flugzeuge konnte man auch hineinsteigen. Das machte besonders viel Spaß.

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Anita Voigt